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Investitionsplanung

Als Berater der FIRMENHILFE freuen wir uns immer, wenn Unternehmerinnen und Unternehmer das Thema Investionen ansprechen. Es zeigt uns, dass Sie den Weitblick besitzen, sich aus dem Tagesgeschäfts zu lösen und an der Zukunft des Unternehmens zu arbeiten.

Mit der folgenden Anleitung gelingt eine Investitionsplanung, mit der Sie Ihr eigenes Risiko kalkulierbar machen und bei Banken überzeugen. Mit der kostenlosen Planungssoftware Miniplan, können Sie alle beschriebenen Schritte gleich in die Praxis umsetzen.Download Miniplan.

Schritt 1: Kapitalbedarf

Als erstes müssen Sie klären, wieviel Geld Sie benötigen, bis Ihr Vorhaben startklar ist. Zwar sind die Investitionskosten für ein zusätzliches Fahrzeug schnell recherchiert, komplexere Dinge wie z.B. eine Betriebserweiterung oder neue Marketingmethoden wollen durchdacht werden. Erstellen Sie eine Liste mit allen Investionen und holen Sie entsprechende Angebote ein. Bedenken Sie, dass ggf. auch Nebenkosten anfallen können, wie z.B. Notarkosten oder andere Gebühren. Bei neuen Produkten und Dienstleistungen müssen auch die Kosten für Erstwerbung eingeplant werden.

Weiterhin ist zu prüfen, ob es eine Anlaufphase gibt, zu deren Überbrückung weitere Mittel notwendig sind. Stellen Sie sich vor, dank Ihrer Investion kommen neue Aufträge ins Haus. Die ersten Kundenzahlungen treffen aber erst später ein, während die Kosten sofort anfallen. Mit Hilfe der in Schritt 4 erklärten Liquiditätsplanung können Sie ermitteln, welche Anlaufreserve Sie hierfür einplanen.

Schritt 2: Finanzierung

Der erwartete Kapitalbedarf muss durch eine entsprechende Finanzierung mindestens gedeckt sein. Überlegen Sie, in welcher Höhe eigene Mittel eingebracht werden sollen. Eine verbleibende Finanzierungslücke muss später durch Fremdkapital gedeckt werden. Solange aufgrund der unvollständigen Planungsunterlagen noch kein reales Finanzierungsangebot eingeholt werden kann, müssen Sie hier mit Planwerten arbeiten. Nutzen Sie einen der vielen Kreditrechner (z.B. hier) und setzen Sie zunächst fiktiv einen relativ hohen Zinssatz an (z.B. 8 Prozent).

Schritt 3: Ertragsvorschau

Im Rahmen der Ertragsvorschau zeigen Sie auf, wie sich die Investition auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens auswirkt. Schließlich wollen Sie ja, dass sich Ihr Vorhaben rechnet. Finanziers werden Ihnen nur dann finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, wenn Sie überzeugend darlegen können, dass die Gewinne in absehbarer Zeit ausreichen, um die entstehenden Verpflichtungen zu bedienen.

Grundlage der Ertragsvorschau sind die Ist-Daten der Vergangenheit. Nutzen Sie hierzu z.B. die BWAs des vergangenen Jahres um einen ersten Plan zu erstellen. Typischerweise verlangen Banken, dass die Ertragsvorschau einen Planungszeitraum von mindestens 3 Jahren aufzeigt. Zeigen Sie im Anschluss auf, welche Auswirkung Ihre Investition auf die erwarteten Erlöse und Aufwände hat. Achten Sie dabei auf eine nachvollziehbare Darstellung, indem Sie z.B. die erwarteten Mehrerlöse und Mehrkosten durch Zusatzzeilen deutlich machen und diese Werte auch noch einmal schriftlich begründen. Hinweise: Alle Positionen werden ohne Umsatzsteuer erfasst ("netto"), der private Bereich wird ausgeklammert (keine Privatentnahme, sehr wohl aber Gesellschaftergehälter), die Kreditzinsen werden gewinnmindernd eingeplant, die Tilgung ist jedoch aus dem Gewinn aufzubringen.

Im Rahmen der Ertragsvorschau werden Sie auf einige Positionen stoßen, die auch steuerliche Fragen berühren. Wir empfehlen, dass Sie zunächst soweit möglich selbst recherchieren (z.B. über die AfA-Tabellen des Bundesministeriums für Finanzen, Regelungen zur sofortigen Abschreibungen). Wir empfehlen, die eigene Finanzplanung abschließend mit einem Steuerberater abzusichern.

Schritt 4:Liquiditätsplanung

Liquide zu sein bedeutet für das Unternehmen, über ausreichend flüssige Mittel zu verfügen (z.B. Geld auf dem Girokonto oder in der Kasse), um alle derzeit ausstehenden Verbindlichkeiten fristgerecht bezahlen zu können. Kurzfristig ist Liquidität sogar noch wichtiger als die Aussicht auf zukünftige Gewinne. Denn wer heute seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann, dem droht die Insolvenz.

Innerhalb der Liquiditätsplanung erfassen Sie alle eingehenden und ausgehenden Zahlungen (Klassischerweise auf Monatsbasis). In Abgrenzung zur Rentabilitätsplanung werden hier alle Positionen mit Umsatzsteuer (brutto) und die kompletten Finanzierungsraten (Tilgung und Zins) erfasst. Auch die Privatentnahme ist einzuplanen. Alle Positionen werden zum erwarteten Zahlungszeitpunkt eingeplant. Kalkulatorische Posten wie z.B. Abschreibungen oder Bestandsveränderungen, finden keine Berücksichtigung. Im Ergebnis erhalten Sie einen "Kontoauszug der Zukunft". Prüfen Sie, ob Ihre Liquiditätsplanung im Zeitablauf in Minus rutscht. Wenn dieser Fehlbetrag nicht abgedeckt ist (z.B. Kontokorrentkredit), müssen Sie Ihre angestrebte Finanzierung verändern (Stellschrauben u.a höhere Liquiditätsreserve im Kapitalbedarf, Kreditlaufzeit) oder bei den Umsätzen und Kosten nachbessern.

Schritt 5: Praxistest

Im letzten Schritt gilt es die Investitionsplanung noch einmal kritisch zu prüfen und ggf. zu überarbeiten. Nutzen Sie Kollegen, Freunde oder einen professionellen Berater als Sparringspartner: Ist die Darstellung plausibel? Wurden alle Positionen berücksichtigt? Ist das Vorhaben wirtschaftlich sinnvoll und ist die Liquidität stets sichergestellt? Aber Achtung! Verlieren Sie sich nicht in Details. Eher früher als später sollten Sie Ihre Planung dem Praxistest unterziehen. Falls Sie noch unsicher sind, versuchen Sie es bei einer Bank, die nicht zu Ihren Favoriten zählt.

Miniplan Download

Die FIRMENHILFE stellt Ihnen die Planungssoftware Miniplan kostenlos zur Verfügung. Mit diesem Programm können Sie alle notwendigen Planungen vorbereiten. Zum Download Miniplan .

Gefördert durch:

Europäische Union - Europäischer SozialfondsFreie und Hansestadt Hamburg - Behörder für Wirtschaft und Arbeit

Das Projekt wird aus dem Europäischen Sozialfonds ESF und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert.